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Der Pfadfinderbund "Großer Jäger" wurde 1946 gegründet und setzt sich aus 4 Stämmen zusammen. Unsere Mitglieder, Mädchen und Jungen im Alter von acht bis 25 Jahren, sollen die Chance bekommen aktiv ihre Freizeit zu gestalten und nicht nur eine konventionelle Freizeit (Fernsehen, Computer, Video, Playstation...) verbringen, sondern auch mal die großen Städte dieser Welt kennen lernen.
Denn unsere Mitglieder kennen diese viele Länder nicht nur von der Karte, sondern sie waren auch schon dort.
Unser Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen Freizeitangebote jenseits der Isolation vor dem Fernseher zu bieten und ihnen eine aktive, soziale und verantwortungsbewusste Lebensweise nahe zu bringen.
Schon Ende des 19. Jh., einige Jahre bevor Robert Baden-Powell die Pfadfinder in Europa einführte, gab es in Deutschland andere Jugendgruppen. Im Gegensatz zu den Anfängen der Pfadfinder im Deutschen Kaiserreich identifizierten sie sich nicht mit dem Militär, sondern das "normale", bürgerliche Leben wurde abgelehnt, und Einfachheit, Natürlichkeit und Gemeinschaft standen im Vordergrund. Auch in der Kleidung äußerte sich der Protest, sie liefen nicht mit dem Matrosenhemd herum, sondern trugen kurze Hosen und Hemden mit offenem Kragen, was damals längst nicht so normal war wie heute.
Der wohl entscheidende geschichtliche Höhepunkt der Deutschen Jugendbewegung war das Treffen am Hohen Meißner 1913. Während man in Leipzig den 100. Jahrestag des Sieges über Napoleon feierte, feierten die Jugendverbände als Gegenveranstaltung auf dem Hohen Meißner bei Kassel ihr eigenes Fest. So fand vom 10.- 12. Oktober 1913 der 1. Freideutsche Jugendtag mit insgesamt 14 Jugendverbänden statt. Die Zielsetzung dieses Lagers war, für alle Bünde einen gemeinsamen Nenner zu finden.
So wurde die Meißnerformel formuliert:
"Die Freideutsche Jugend will aus eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, mit innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten. Für diese innere Freiheit tritt sie unter allen Umständen geschlossen ein."
1963 feierte man das 50- jährige Jubiläum des Meißnertreffens und es trafen insgesamt ca. 3000 Personen aus 25 Bünden ein. Dieses Treffen soll auch maßgeblich vom Pfadfinderbund Großer Jäger geplant worden sein.
Auf dem 75- jährigen Jubiläum 1988 traf man zusammen mit 5000 Besuchern folgende Einigung:
"Mit Betroffenheit verfolgen wir den Weg, auf dem die heutige Zivilisation voranschreitet. Die unverantwortliche Zerstörung der Natur, die Vereinsamung der Menschen und die Abkehr von Qualitäten des Lebens gefährden die Existenz der Erde und ihrer Geschöpfe. In der Suche nach einem neuen würdigen Weg der menschlichen Kultur sehen wir die Aufgabe eines jeden, der der heutigen Zeit gerecht werden will. Ihre gemeinsame Suche wollen die einzelnen Bünde, Gruppen oder Persönlichkeiten im Sinne der Meißnerformel von 1913 nach eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung und in innerer Wahrhaftigkeit gestalten."
Die Geschichte der Pfadfinder:
Heutzutage gibt es rund 45 große Pfadfinderverbände, zu denen ungefähr 80 Millionen Mitglieder aus 180 Ländern zählen. In dem Bereich der nicht konfessionell gebundenen Pfadfinder befindet sich über die Hälfte nicht in den großen Weltpfadfinderverbänden (wie der Pfadfinderbund Großer Jäger). Doch fast alle Pfadfinder berufen sich auf ihren Gründer, Robert Baden- Powell.
Der englische Offizier Lord Robert Baden-Powell lernte in den südafrikanischen Kolonialkriegen den Einsatz von jungen eingeborenen Fährtensuchern und Spähern (Scouts) kennen. Nach einer erfolgreichen Militärlaufbahn wollte der Engländer seine Erfahrungen an die Jugend weitergeben und veranstaltete 1907 das legendäre" Probelager auf Brownsea, bei denen er die Jungen zu ebenso gewandten Waldläufern und Scouts ausbildete, die mit den einfachsten Mitteln in der freien Natur überleben konnten. Daraus entwickelten sich organisierte Pfadfindergruppen, die sich unter der Leitung von Baden-Powell zur Boy-Scout-Bewegung zusammenschlossen. Nach der Veröffentlichung seines Buches „Scouting for Boys“ entstanden plötzlich in ganz Großbritannien spontan verschiedene Pfadfindergruppen. Die Pfadfinderbewegung fand in allen Ländern der Welt schnell Nachahmung. Pfadfinder sollten sich zur Hilfe am Mitmenschen verpflichtet fühlen und nach disziplinierten Geboten leben.
Heutzutage gelten folgende Aussagen: "Die Pfadfinderbewegung ist eine freiwillige, nicht politische Erziehungsbewegung für junge Leute, die offen ist für alle ohne Unterschied von Herkunft, Rasse oder Glaubensbekenntnis, übereinstimmend mit Zweck, Grundsätzen und Methoden, die vom Gründer entwickelt wurden. Zweck der Pfadfinderbewegung ist es, zur Entwicklung junger Menschen beizutragen, damit sie ihre vollen körperlichen, intellektuellen, sozialen und geistigen Fähigkeiten als Persönlichkeiten (...) einsetzen können." (26. Weltkonferenz der Pfadfinder, 1977)